Laufen erlebt seit 2025 einen regelrechten Hype. Ob in Parks, auf dem Laufband im Studio oder mit Tracking-App im Ohr – gefühlt läuft heutzutage jeder. Aber ist Joggen wirklich der Alleskönner unter den Sportarten? Oder gibt es auch kritische Punkte, die oft unter den Tisch fallen?
In diesem Artikel teile ich als Personal Trainerin, psychologische Beraterin und Teilzeit-Läuferin meine fachliche Perspektive – mit einem differenzierten Blick auf Körper und Geist.
1. Die gesundheitlichen Vorteile des Laufens
- Herz-Kreislauf-System: Regelmäßiges Ausdauertraining stärkt das Herz, verbessert die Durchblutung und senkt das Risiko für Bluthochdruck und Herzinfarkt.
- Stoffwechsel & Gewicht: Laufen verbrennt Kalorien und kann beim Gewichtsmanagement helfen. Gerade bei regelmäßigem Training wird die Fettverbrennung angekurbelt.
- Immunsystem & Hormone: Moderate Laufeinheiten stärken das Immunsystem und fördern die Ausschüttung von Endorphinen („Glückshormonen“).
- Psychische Gesundheit: Regelmäßiges Laufen kann Stress reduzieren und das allgemeine Wohlbefinden steigern.
- Kognitive Gesundheit: Studien zeigen, dass Laufen die Konzentration steigern, das Gedächtnis verbessern und sogar das Demenzrisiko senken kann.
2. Die Schattenseiten: Wann Laufen ungesund sein kann
- Überlastung & Verletzungen: Viele starten zu schnell, laufen zu viel oder mit falscher Technik. Typische Folgen: Knieprobleme, Schienbeinschmerzen oder Achillessehnenreizungen.
- Zwang statt Freude: Wenn Laufen zur „Selbstoptimierung“ wird, entsteht Druck. Sport sollte aber niemals ein weiterer Stressfaktor sein.
- Einseitige Belastung: Wer nur läuft und keine ergänzenden Kräftigungsübungen macht, riskiert muskuläre Dysbalancen und langfristige Fehlhaltungen.
- Nicht für jeden geeignet: Menschen mit starkem Übergewicht, Gelenkproblemen oder Herzerkrankungen sollten individuelle Alternativen prüfen.
3. Psychologische Perspektive: Warum laufen (nicht) gut tut
- Pro: Stressabbau & mentale Klarheit – Die rhythmische Bewegung wirkt meditativ, hilft beim „Kopf frei bekommen“ und kann Ängste oder depressive Verstimmungen lindern.
- Kontra: Fluchtmechanismus – Manchmal wird Laufen zum emotionalen Ventil – um Problemen auszuweichen, statt sie zu bearbeiten. Wichtig: Bewegung darf Unterstützung sein, aber kein Ersatz für Auseinandersetzung.
4. Für wen ist Laufen sinnvoll – und wie starte ich gesund?
- Einsteiger: Erst spazieren, dann Geh-Lauf-Intervalle. Gelenke und Herz langsam an die Belastung gewöhnen.
- Verletzte Personen: Gelenkprobleme, Knieverletzungen oder Bänderrisse an Bein und Fuß können die Belastbarkeit begrenzen.
- Übergewichtige: Alternativen wie Walking, Aqua-Jogging oder Radfahren können sinnvoller sein – kombiniert mit Krafttraining.
- Viel-Sitzer & Büromenschen: Laufen JA – aber unbedingt mit begleitendem Krafttraining zur Haltungskorrektur.
5. Mein Fazit: Laufen – ein Geschenk, wenn es bewusst genutzt wird
Laufen kann ein unglaublich wirkungsvoller Hebel für körperliche und mentale Gesundheit sein – wenn es individuell angepasst, bewusst durchgeführt wird.
Nichtsdestotrotz ist es kein Allheilmittel. Gesundheit ist mehrdimensional – Bewegung, Ernährung, Schlaf und psychisches Wohlbefinden gehören alle zusammen.
Laufe nicht nur, weil alle es tun. Laufe, weil es DIR gut tut.
Deine Fragen oder Gedanken zum Thema?
Ich freue mich auf den Austausch – kommentiere gerne oder schreibe mir eine Nachricht.
Deine Dee
Personal Trainerin & Mental Coach

